Eine Seefahrt, die ist lustig! ...im Juli 2022

Unter diesem Motto, trafen sich am 24.7.22, einige Sänger*Innen, um an Bord des Dampf-Eisbrechers „Stettin“ zu gehen, der im Museumshafen Övelgönne liegt und brachen zu einer dreistündigen Fahrt auf der Elbe auf. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen schipperten wir durch die Hafenanlagen und wurden durch die Bord-Crew mit spannenden und ausführlichen  Informationen versorgt.

So erfuhren wir unter anderem, dass die Stettin am 16.11.1933 als bis dahin größter Eisbrecher unter deutscher Flagge in Dienst gestellt wurde und vieles mehr.

 

Auch für den kleinen Hunger und großen Durst sorgten die freundlichen ehrenamtlichen Bordmitglieder. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, ein maritimes Lied anzustimmen, was bei den übrigen Gästen besonders gut ankam. Endlich war auch Gelegenheit, das eine oder andere Gespräch unter den Sänger*Innen zu führen.

 

So ließen wir zum Ende der Fahrt einen wunderbaren, sonnigen und ausgelassenen Ausflugstag hinter uns, der uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Herzlichen Dank nochmal an Karin Hagen, die diesen Ausflug möglich gemacht hat.

 

Marie-Louise, älter & besser Langenhorn



Abschied von Christoph Schlechter Juli 2022

Liebe Mitsängerinnen und Mitsänger,

 

Zum „Abschied“ von Christoph wurde in ‚Altona HausDrei‘  der Kanon „Lachend, lachend….“ umgedichtet in: „Schade, schade, schade – eilt der Christoph uns davon, wir sagen ‚Danke‘, ja ‚Danke‘ für das Jahr!“, den wir, mit Sekt und einem kleinen Buffet, präsentierten. Ohne ein Geschenk in flüssiger Form haben wir aber Christoph nicht entlassen mit der Gewissheit, dass wir uns spätestens zu ‚aufatmen!2.0‘  im September auf ein Wiedersehen freuen können.

 

 

Herzliche Grüße,

Helga 


Ausflug zum Wildpark Schwarze Berge im Juni 2022

Den 17. Juni hatte ich mir dick in den Kalender geschrieben – nicht, weil da mal ein Feiertag war, sondern wegen des geplanten Chorausfluges in den Wildpark Schwarze Berge – und war extra am Donnerstag – da war in NRW Feiertag – aus dem Münsterland angereist. Mit dem 9-Euro-Ticket und fünf Mal umsteigen, dauerte das entsprechend lange.

 

Am Freitag, kurz nach elf Uhr, traf sich ein harter Kern von neun Sängerinnen und zwei Sängern am Bahnhof Harburg. Schon vor der Weiterfahrt mit dem Bus Richtung Wildpark hatten wir drei Frauen „verloren“.

Das Wetter hätte für die Unternehmung nicht besser sein können: sonnig, ab und zu ein Wölkchen und immer etwas Wind. Bernd-Ulrich hatte uns im Vorfeld gewarnt: Bei einem Besuch mit seinem Enkel sei er über den Eingangsbereich mit den Hängebauchschweinen nicht hinaus gekommen. Etwas mehr wollten wir dann doch sehen.

 

Aber viele Tiere, die dämmerungs- oder nachtaktiv sind, versteckten sich erfolgreich in den weitläufigen Gehegen mit viel natürlichem Bewuchs. Bei den Luchsen gab es gerade Nachwuchs, so dass ich „Mutter und Kinder“ vor den Besuchern in Sicherheit gebracht hatten. Schön war das große Freigehege, in dem sich Rotwild und Ziegen zutraulich auf Wegen und im lichten Wald sogar streicheln ließen.

 

In dem sauberen und gepflegten Wildpark fanden wir auffallend viele Sitzgelegenheiten und konnten so auch an einem großen Tisch eine gemeinsame Mittagspause halten. Brote, Tomaten, Paprika und frisch geschälte Kohlrabi wurden geteilt, und wir genossen die Zeit, um einmal Persönliches voneinander zu erfahren und uns auszutauschen, was bei den Chorproben logischerweise auf der Strecke bleibt.

 

Die Tierpfleger spazierten mit ihren Greifvögeln auf der lederbehandschuhten Faust durch den Park, so dass wir den Tieren ganz nahe kommen und den Fachleuten Fragen stellen konnten. Bei der Entscheidung, ob wir den kurzen Umweg zum Bärengehege machen sollten, gab es bei unserer kleinen Gruppe der „acht Aufrechten“ zunächst keine Einigkeit. Letztlich waren aber alle begeistert, als wir Meister Petz und seine Frau beobachten konnten, wie sie sich geschmeidig durch das Gehölz bewegten und plötzlich hoch oben in den Baumwipfeln gesichtet wurden, wo es wohl das frischeste Grün gab.

 

Auf dem Weg in Richtung Ausgang gönnten wir uns am Nachmittag am Elbblick-Tower (Aussichtsplattform auf 45 Metern Höhe auf die Hansestadt) im Café noch eine Pause. Auch hier – wie bei so mancher Rast im Park – stimmten wir Lieder an, die alle auch ohne Noten und Liederheft singen können.

 

Mit dem Bus fuhren wir am frühen Abend zurück zum Harburger Bahnhof, wo alle acht Teilnehmenden noch einmal bekräftigten, wie schön der Chorausflug gewesen war, vor allem, weil jeder mit jedem ins persönliche Gespräch kommen konnte.

 

Zusammenfassung: Zur Nachahmung empfohlen!

 

Von Christa Mischke


Friedenslieder zum Mitsingen in Langenhorn im Mai 2022

Am 8. Mai jährte sich der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten und das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 77. Mal. Zu diesem Anlass ludt das „ella“ Kulturhaus am 10. Mai mit den Sänger*Innen vom „älter & besser“ Chor, alle Anwohner*Innen zum Singen von Friedenslieder auf. Trotz des ernsten Themas war es allen Teilnehmern anzumerken, wieviel Spaß es gemacht hat, mal wieder unter freiem Himmel, bei strahlendem Sonnenschein zu singen.

Von Nele wurden wir mit der Gitarre begleitet, wunderbar. Auch einige Anwohner*Innen hatten sich eingefunden und sangen begeistert mit. Jetzt freuen wir uns auf weitere interessante Projekte.

 

 

Marie-Louise, älter & besser Langenhorn


Impressionen vom Stadtteil-Singen im Mai 2022


Wir proben wieder ab dem 28. Februar!

 

Liebe Sänger*innen,

 

wir können endlich wieder loslegen und gemeinsam proben!

 

 

Wir haben gestern in der Vorstandsrunde beschlossen, dass wir unseren regelmäßigen Probenbetrieb ab dem 28. Februar wiederaufnehmen werden. Die Lage hat sich in den letzten Wochen etwas entspannt, sodass wir die Entscheidung, an den Proben teilzunehmen, wieder in eure Hände geben möchten. Voraussetzung für die Teilnahme an den Proben ist der Nachweis einer Boosterimpfung (3. Impfung) und zusätzlich ein tagesaktueller Selbst- oder Schnelltest auf Vertrauensbasis, also so, wie wir es schon im Herbst gehandhabt haben. Eure Chorleitenden werden vor Beginn der ersten Präsenzprobe, an der ihr teilnehmt, eure Boosternachweise kontrollieren, habt diese also bitte dabei. Bei den Proben selbst gilt Maskenpflicht und Abstandsgebot bis zum Platz, beim Singen kann die Maske dann abgenommen werden.

 

 

Nachdem die Formalitäten aus dem Weg sind, können wir uns den freudvolleren Dingen zuwenden, nämlich dem gemeinsamen Singen, auf dass wir uns alle schon sehr freuen! In der letzten Mail haben wir euch die Noten und ein paar Links von ‚Evening Rise‘ geschickt. Dieses Lied wollen wir in allen Chören einstudieren, sodass wir es als gemeinsames Lied bei zukünftigen Treffen singen können.

 

Außerdem haben eure Chorleitende das Lied für euch aufgenommen, Jonathan Gable hat die einzelnen Tonspuren gekonnt zusammengestellt. Unter diesem Link findet ihr die Aufnahme, ergänzt durch wunderbar stimmungsvolle Fotos von Renate Bode, Helga Breuer und Carola Millies, als neues Video auf unserem YouTube-Kanal:

 

https://youtu.be/2alO81Jj5FA

 

Viele Freude beim Hören und Mitsingen!

 

 

Herzliche Grüße und bleibt gesund,

 

euer Vorstand (Barbara Schwarzloh, Hermann Neus, Helga Breuer, Renate Bode)

und Christoph

 

17. Februar 2022

 


01. Dezember 2021- Lichtblicke - Adventskalender

1. Am Ende des Tages, nach einer langen Radtour, ist das Hinweisschild auf das
Ziel ein Lichtblick.


2. Am frühen Morgen ist die aufgehende Sonne über dem Horizont in der trüben
Winterzeit ein Lichtblick.


3. Mitte Februar 2021 stand der erste Corona-Impfstoff zur Verfügung, was ein
Lichtblick in dieser Pandemie war.


4. Für Seefahrer sind Leuchttürme immer Lichtblicke und damit das Signal, dass
sie sich nach der Zeit auf offener See wieder dem Festland nähern.


5. Die Wiedereröffnung der Geschäfte am 8. März 2021 nach dem Lockdown war
für viele ein Lichtblick.


6. Die Station Lichtblicke in der Kinderklinik Datteln ist die erste pädiatrische Palli-
ativstation in Deutschland, die sich um kleine Patienten und deren Angehörige
kümmert.


7. Als erster Verein seiner Art in Deutschland setzt sich LichtBlick Seniorenhilfe
e.V. seit 2003 für Senioren ein, deren Mittel für ein Leben in Würde und gesell-
schaftliche Teilhabe nicht ausreichen.


8. Ein Neugeborenes ist doch immer eine Freude, ein Lichtblick und ein Zeichen,
dass das Leben weitergeht, komme, was wolle.


9. Die Aktion Lichtblicke e.V., die 1998 von 45 NRW-Lokalradios, der Caritas, der
Diakonie und den fünf NRW-Bistümer gegründet wurde, kümmert sich beson-
ders um Menschen, die schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen.


10. Wenn der Frost noch auf den Blättern des letzten Herbstes liegt, lockt die Son-
ne die ersten Frühlingsblüher aus der Erde – das Schneeglückchen. Was für ein
Lichtblick. (Der Tippfehler war Zufall, aber ich habe ihn bewusst nicht korri-
giert)


11. „Wegträumen“ war in Corona-Zeiten ohne Reisen für den einen oder anderen
der einzige Lichtblick.


12. Das Jahr 1919 war ein Lichtblick: der erste Weltkrieg war zu Ende, Frauen durf-
ten wählen und studieren und die Goldenen 20er Jahre brachen an.


13. 1810 wurde die Konservendose erfunden. In der Corona-Zeit war das oft ein
Lichtblick im Vorratsschrank, als die Geschäfte geschlossen waren oder wenn
man Kontakte vermeiden wollte.


14. Viele Ehen werden hoffnungsfroh geschlossen – und dann doch wieder geschie-
den. Da ist die folgende Geschichte doch ein echter Lichtblick! Im Wartezim-
mer meiner Ärztin sah ich ein älteres Pärchen. Sie hilft ihm in die Jacke. „Hast
du alles?“, fragt er. Darauf sie: „Wenn ich dich habe, habe ich alles.“


15. Weil im Dezember 2020 der gesamte Kirchengemeinderat von St. Gertrud in
Quarantäne musste und alle adventlichen Aktivitäten ausfielen, projizierte die
Gemeinde jeden Abend das Wort HOPE auf den Kirchturm als Lichtblick in der
düsteren Zeit.


16. "#Hoffnungsleuchten" hieß die Aktion, mit der die Nordkirchen 2020 aufrief, ei-
nen Stern dort zu platzieren, wo er anderen Hoffnung spendet und damit ein
Lichtblick sein sollte.


17. Am 17. Januar 2021 fiel der erste Schnee des Winters, nach dem Lockdown ein
echter Lichtblick – zumindest was das Wetter betraf.


18. Vor 23 Jahren fing LichtBlick an, sich für erneuerbare Energie stark zu machen
und ist heute Deutschlands größter Ökostromanbieter. Vielleicht ja doch im
nächsten Jahr wechseln und die neue Rechnung als Lichtblick sehen?


19. Im Oktober riss der Himmel nach einem heftigen Regenschauer auf, und im Os-
ten stand, kurz vor Sonnenuntergang, ein Regenbogen über den Häusern. Ein
Lichtblick in trüben Herbsttagen.


20. Kerzen bringen Licht(blicke) in die Welt – oder warum lieben wir das Kerzen-
licht besonders in den dunklen Monaten des Jahres so sehr?


21. In diesem Herbst gab es für die Freunde des Rummels wieder Lichtblicke. So-
wohl in Herne als auch in Münster, Hamburg und Werne wurden die Karussells
und Fressbuden auf der Kirmes, dem Send, dem Dom und auf SimJü aufgebaut
– allerdings auch mit zusätzlichen Hinweisschildern für die Hygieneregeln.


22. Wenn der Himmel bei Sonnenauf- oder –untergang rot-orange glüht, dann ba-
cken die Engel im Himmel Plätzchen, hat meine Oma mir erzählt. Auch wenn
ich es heute besser weiß, es ist für mich immer ein Lichtblick, weil ich dann
weiß, dass die Weihnachtsteller nicht leer bleiben.


23. Direkt nachdem der Weihnachtsbaum aus dem Haus ist gibt es Narzissen zu
kaufen, bei denen die Blüte noch nicht erkennbar ist. Aber einen Tag in der
Wohnung, und die Kelche öffnen sich zu einem Lichtblick in der Wohnstube.


24. Wie auch immer die Menschen Weihnachten feiern – es ist doch immer ein
großes Fest und ein Lichtblick im Jahreszyklus.

22. Juni 2021

Endlich wieder gemeinsam singen!

Juhu, wir dürfen uns endlich wieder zum gemeinsamen Singen treffen!

Zwar erstmal nur draußen, aber das reicht uns schon, um wieder Kontakt miteinander aufzunehmen und Freude an der Musik zu haben.

Wir brauchen uns nicht mehr online mit Kachelansicht zu treffen, sondern können unsere normalen wöchentlichen Proben durchführen und Stück für Stück und Lied für Lied unser geliebtes Repertoire wieder aus der stimmlichen Versenkung holen.

Ob vor den Kulturhäusern oder im Stadion - 'Froh zu sein bedarf es wenig'!

01. Januar 2021

Abschied und Neubeginn

Liebe Sänger*innen,

das vergangene Jahr war stark von der Pandemie und damit verbundenen Einschränkungen bis hin zu menschlichen Tragödien geprägt. Doch wenn wir genau hinschauen, dann finden wir auch im Jahr 2020 Anlass für Glück und Dankbarkeit - ob im Kleinen, Privaten, im Chor oder in der großen, öffentlichen Welt.

Für mich persönlich liegt einer solcher großen Glücks- und Dankbarkeits-Momente in unserem Chor. Als die Pandemie im März Deutschland erreichte, war ich auf Basis der damaligen Datenlage recht früh davon überzeugt, dass das Kulturjahr 2020 nicht stattfinden würde. Anfang April hatte ich hunderte Szenarien durchgespielt, wie es mit unserem Chor weitergehen würde und kam zu dem Schluss: das wird nichts! Wir müssen einen klaren Schnitt machen, das Chorleben einstellen, alle Beteiligten suchen sich andere Jobs und Hobbies... und in zwei Jahren machen wir da weiter, wo wir aufgehört haben. 
Ich bin eine konsequente Frau und zögere selten, harte Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen. Im Fall von unserem Chor war das anders. Da war irgendetwas, was mich gehindert hat, das gesamte Projekt im April einzustampfen: vielleicht eine Art Sentimentalität, weil ich so sehr an euch hänge - vielleicht das gute Zureden der Chorleiter*innen, des Vorstands und meines Partners - oder vielleicht auch einfach ein verborgenes Vertrauen, dass es trotz allem geht? Was es auch war: im April hielt ich es für pure Unvernunft... und habe gegen meine eigene Überzeugung weitergemacht. Mit Volldampf und der vollen Unterstützung von Chorleiter*innen, Vorstand und dem Chor - ihr wart dabei.

War es nun die richtige Entscheidung - für euch, für uns alle? Irgendwie nein: wenn man mal ehrlich ist, hat Vieles nicht stattgefunden und funktioniert, was für einen Chor wichtig ist - zum Beispiel ordentliche Proben... und dann irgendwie auch ja: viele Chöre und andere Freizeit-Gruppen haben aufgegeben - wir nicht! Wir sind  - soweit möglich und vernünftig - zusammengekommen, wir haben gesungen und ein Sommerfest gefeiert! Wir haben neue, digitale Formen ausprobiert, viele Fehler gemacht, viel gelernt. Wir Chorleiter*innen mussten häufig über unsere eigenen Schatten springen und Dinge versuchen, die wir (noch) nicht konnten oder wollten, ihr Sänger*innen musstet das Zuhause vor den YouTube-Videos oder Zoom-Konferenzen ebenso. Wir haben viele Sänger*innen verloren, müssen kürzen und weiter warten - aber wir sind nicht gescheitert. Mehr als das: wir alle haben uns weiterentwickelt und sind als Gemeinschaft stärker als noch am Anfang des letzten Jahres. Zumindest empfinde ich das so und das erfüllt mich mit Glück und Dankbarkeit. Wir sollten das nutzen - diesen positiven Blick zurück - um uns und anderen sagen zu können: ja, auch das war ein Teil unseres (Chor-)Lebens. Und es war gut!

Und so fällt es mir auch nicht schwer, so langsam meinen Abschied einzuläuten: ich bin mittlerweile im 7. Monat rund und gesund schwanger und es wird Zeit, die Chorgeschäfte in andere Hände zu legen. Die Chorleitungen in Altona und Eppendorf werde ich noch bis März weitermachen, aber die umfangreiche Aufgabe der künstlerischen Koordination (Geschäftsführung) übergebe ich zum 01. Januar an meinen Kollegen Christoph Schlechter.
Christoph ist ein exzellenter Musiker, Gestalter und Organisator (und darüber hinaus ein richtig toller Mensch!) und stellt sich weiter unten selbst vor. Im Januar werden wir noch gemeinsam arbeiten und ab Februar ist Christoph an meiner Stelle ansprechbar und verantwortlich für die Programmgestaltung, Buchhaltung, Verwaltung, Newsletter und alles, was das Neue Jahr noch so bringen mag. Ich habe volles Vertrauen in Christoph und bin super gespannt, wie er das nächste Jahr gestalten wird! Ein wunderbares Wort zur Übergabe hat J.W. von Goethe formuliert:

Heute geh ich. Komm ich wieder,
Singen wir ganz andre Lieder.
Wo so viel sich hoffen läßt,
Ist der Abschied ja ein Fest.

Eure Inka


01. September 2020

Unser Sommerfest am 15. August 2020

Im Vorfeld wurde geackert und geschuftet, was das Zeug hält: Laufwege festgelegt, Sitzordnung und Abläufe organisiert und eine Menge anderer Aufgaben erledigt, bis das Chorfest dann endlich stattfinden konnte.
Bis auf Christoph aus Bergedorf waren alle Chorleiter*innen anwesend; stellvertretend hat Nele ein Kind mitgebracht, das sich in ihrem Bauch auf einen fröhlichen Tag freuen durfte. Das Chorfest war gut besucht und, obwohl es gern noch ein paar mehr Sänger*innen hätten sein können, waren wir stimmgewaltig und haben das Stadion, unsere Lungen und Herzen zum Beben gebracht. Das Singen auf der Tribüne mit der tollen Akustik und den vielen Sänger*innen haben wir in vollsten Zügen genossen!
Zum Auftakt wurden unsere Lebensgeister von unserem immer gut gelaunten und witzigen Chorleiter Jon geweckt und es wurde uns mit Kanonsingen ordentlich eingeheizt, was sicherlich allen viel Spaß machte. Neben unserem kraftvollen, großen Chor durften wir noch weitere Highlights erleben: Eine „älter & besser“- Chorkollegin, die aus Selm zu Besuch war, ließ uns mit einem eigenen Text teils sehr augenzwinkernd an ihren Erfahrungen und Gedanken an und über den berühmten Fußballspieler Andy Möller teilhaben. Der Text passte sehr gut in das sportliche Ambiente des traditionsreichen Stadions des SC Victoria, das uns umgab. Danach schloss ich mich mit einem eigenen Gedicht über den „Lebensklang“ an, der Raum gab, ein wenig nach innen zu gehen.
Unsere energiegeladene Inka lud uns im Anschluss ein, das afrikanische Lied „Siya Hamba“ zu schmettern; danach wurde es mit dem getragenen „Confitemini domino“ und „Ja dan Duia“ wieder ruhiger. Unsere „älter & besser“- Chorhymne „Wir singen im Chor“ durfte natürlich auch nicht fehlen, die wir von der Fantribüne jubilierend aufleben ließen und an der wir sogar noch in einer Probe ein wenig gefeilt haben. Nele versetzte uns dann in Hochstimmung, als sie ein kabarettistisches Lied von Georg Kreisler in sehr humorvoller Weise vortrug, so dass manche*r Zuschauer*in vor Lachen fast von seinem/ihrem Stuhl gekippt wäre, und erntete tosenden Applaus.
Dann folgte die „Raubtierfütterung“, die aber ohne Blessuren verlief. Gut gelaunt stellten wir uns mit gebührendem Abstand brav in die Reihe, bevor wir am Buffet des Vereinslokals SC Viktoria unsere Gesichter mit unseren Masken zierten und darauf warteten, von zwei jungen sportlichen, netten Herren mit Kuchen verwöhnt zu werden. Währenddessen bestaunten wir die Uraufführung des „Chorleiter*innen-Ensembles“, das sich spontan zusammengefunden hatte, um uns mit ihren niveauvollen Liedern reich zu beschenken. Sie lieferten ein beeindruckendes und vielfältiges Programm ab und begeisterten uns mit ihrem gekonnten Gesang vierstimmiger Lieder in verschiedenen Sprachen und einem rhythmisch sehr anspruchsvollen Sprechgesang zum Thema Fußball, der durch das ganze Stadion hallte. Erste Sahne! Dankeschön!
Glücklicherweise war in der Pause auch noch Zeit genug, ein Käffchen zu schlürfen und ein bisschen zu quatschen. Danach ging es wieder rauf auf die Tribüne, wo wir uns setzten und unsere fleißige Inka bekannt gab, dass sie das Amt der Vereinsvorsitzenden bei der nächsten Mitgliederversammlung abgeben werde. Es stellten sich zwei sehr engagierte, sympathische Sängerinnen aus Altona vor, die sich bei der nächsten Mitglieder-Versammlung als Vereinsvorsitzende (Karin Albers) und als Kassenwartin (Helga Breuer) zur Wahl stellen. Weitere Mit-Kandidaten sind herzlich willkommen!
Nach dieser kleinen Verdauungspause lud uns unsere immer gut gesinnte, gelassene Almut zu einem offenen Singen ein. In guter Erinnerung ist mir besonders geblieben, dass wir ein sehr schönes, zu Herzen gehendes, fast meditatives Friedenslied mit Hilfe unseres eigenen Pulsschlags sangen. Auf diese Weise überlagerten sich die Stimmen wie bei einem Kanon und es klang sehr vielschichtig. Zum Abschluss fand sich eine Gruppe um Bernd-Ulrich, die uns kreative und lustige Fragen stellten z.B. ob wir dafür wären, dass sich die Chorleiter*innen das „älter & besser“-Logo auf die Fußsohlen tätowieren lassen sollten? Ich war natürlich dafür! In dieser aufgelockerten Stimmung konnten wir noch viel zusammen lachen und beschwingt in den Abend gehen.

Alles in allem war das Chorfest ein herzliches, unbeschwertes Miteinander und ein tolles, vielseitiges kulturelles Programm, was wir Sänger*innen von „älter & besser“ mit den Chorleiter*innen gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Es zeigte sich wieder einmal, was für ein toller, bunter Haufen wir sind! Spätestens beim Zusammensitzen in fröhlicher Runde, zu der sich auch unsere Chorleiterin Inka gesellte, und dem Revue-passieren-lassen des Chorfestes, bei einem Glas Bier oder einer Apfelschorle auf der gemütlichen Terrasse des SC Viktoria, spürte man, wie allen das Herz aufgegangen war, die Begeisterung für das Singen, die gute Atmosphäre der Chorgemeinschaft und die Dankbarkeit für diesen gelungenen Tag! Dank an alle, die dies möglich gemacht haben! Applaus, Applaus!

Carola Millies
Eppendorfer Chöre


01. September 2020

Meilensteine unseres Chorlebens 2018-2020 - Teil 2

©Sara Storbeck (Sängerin Eppendorf)
Bild: Sara Storbeck (Sängerin Eppendorf)

Zündende Spruchweisheiten decken auf ihre Weise auf, was sich grundsätzlich hinter den eigentlichen Vorgängen verbirgt und manchmal erst im Nachhinein klar wird, dann, wenn man das Denken oder Sprechen über Erlebtes mit einem dieser Sprüche abschließt und wie nach einem ausgiebigen Plausch in vertrauter Runde bekräftigt: „Ja, so ist das“.

 

Nur wer auf dem Platz steht, schießt ein Tor.

Stephan Weil (Ministerpräsident in Niedersachsen)

 

Diese Weisheit beschreibt wohl die Erfahrung, dass wir Chorsänger*innen verlässlich mittwochs zur verabredeten Zeit zusammentreffen, sich nichts entgehen lassen, die Stadien des Probens mitvollziehen, möglichst nichts nachholen müssen. Sicherlich ist eben das gemeinsame Singen der Hauptgrund, ja auch das Hauptziel, der Verbindlichkeit erzeugt. Darüberhinaus wurde verabredet, einmal im Monat nach der Probe ein „get together“ zu veranstalten, in lockerem Rahmen zum privaten Austausch. Den Zusammenhalt förderten auch zwei seit letztem Jahr gebildete Institutionen – nicht nur innerhalb des Altonaer Teilchores, sondern auch alle sechs Teilchöre betreffend -: einmal die monatliche AG, an der teilnehmen kann, wer will, wo alle Fragen des Gesamtchores besprochen werden, und zum anderen, seit 1. Juli 2019 der möglichst ansprechend gestaltete Newsletter, der alle Sänger*innen per e-mail jeweils zum Ersten jeden Monats mit diesen Inhalten erreicht: relevante Chor-Infos, Termine, Äußerungen und Beiträge von Chormitgliedern, Tipps, Veranstaltungs- und Konzerthinweise, Änderungen, Anleitungen für Stimmübungen zu Hause, von Chormitgliedern vorgeschlagene Verabredungen, Unterhaltsames, Gedichte, Fotoimpulse, Graphiken von Chormitgliedern … usw. AG und Newsletter bilden zwei verlässliche Klammern für die auf vier Standorte verteilten Teilchören, insgesamt begleitet auch von den regelmäßigen Konferenzen der fünf Chorleiter*innen, sodass jedes Chormitglied zu jeder Zeit „auf seinem Platz“ stehen kann.

 

Man muss auch am Fluss sitzen und warten können.

Stefan von Holtzbrink

 

Seit März 2020 wird nun allen Chorbeteiligten durch den Corona-Lockdown eine harte Geduldsprobe abverlangt, der radikale Stopp aller Proben, informeller Treffen und Veranstaltungen. Zum Warten ohne Perspektive ließen es die Chorleiter*innen jedoch nicht kommen. Mit vielfältigen Ideen zur häuslichen Probe, zum privaten Singen, zu vorbereitenden Stimmproben für zukünftiges Ensemble-Singen füllten sie den Zwang zum Rückzug in die Privatheit. Dies funktionierte vor allem wegen des bereits vorhandenen

e-mail-Netzwerkes unter den Sänger*innen. Diese Ideen nährten die Aussicht auf baldiges wieder gemeinsames Singen. Immer mit Blick auf das rechtlich Erlaubte wurde dieses Warten in einem ersten Schritt belohnt: ab 10. Juni wagten wir, begünstigt durch tolles Sommerwetter, im Grünen vor dem Haus Drei Stimm - und Gesangsproben, natürlich mit geregeltem Abstand. Schwerpunkt war die Chorhymne, die Hermann Neus für unseren Gesamtchor auf die Melodie „Champs Elysées“ gedichtet hat und von Christoph Westphal arrangiert wurde.

 

Leben heißt Liegen auf einem blinden Fleck,

von dem aus man alles ganz deutlich sieht.

Kerstin Preiwuß

 

Zur Zeit trifft dies zu, wir wissen nicht wie es weiter geht, welche zu erhoffenden verbindlichen Formen sich wieder etablieren lassen, man fühlt sich blind wie inmitten einer Nebelschwade. Dennoch, wir sehen deutlich aus der vorgängigen Erfahrung, welche Bestandteile unseres Chor-Lebens wiederkehren sollten, um weiterhin jung zu werden und zu bleiben mit Chorsingen in allen seinen Aspekten und Auswirkungen auf Zusammensein, Austausch und unser Selbstgefühl.

So hat sich die Neugründung des Chornetzwerkes „älter & besser“ im Jahr 2018 gerade im abgelaufenen Jahr 2019-2020 - trotz Corona – konsolidiert.

 

Versuch einer Bilanz,

Bernd-Ulrich Fritz, Haus Drei, Altona


01. August 2020

Meilensteine unseres Chorlebens 2018-2020 - Teil I

Zündende Spruchweisheiten decken auf ihre Weise auf, was sich grundsätzlich hinter den eigentlichen Vorgängen verbirgt und manchmal erst im Nachhinein klar wird, dann, wenn man das Denken oder Sprechen über Erlebtes mit einem dieser Sprüche abschließt und wie nach einem ausgiebigen Plausch in vertrauter Runde bekräftigt: „Ja, so ist das“.

 

Man braucht sehr lange, um jung zu werden.

Pablo Picasso

 

Was verbirgt sich hinter dem Motiv, als 60 Plusser einem Chor beizutreten? Es sind derer sicherlich viele, aber sicherlich auch dieses, den Jubel der Jugendjahre wieder aufleben zu lassen, als man zum Überschwang in erlebnisverdichteten Situationen ins Singen, ins Trällern, ins Schwärmen, eben ins Jubilieren nach Lust und Laune und dabei in bekannte oder neu geschaffene Ton-und Liedfolgen verfiel, um dem inneren, angestauten Hochgefühl irgendwie Herr zu werden und Ausdruck zu verleihen. Man darf vermuten, dass wir Sänger*innen daran anknüpfen, im gemeinsamen Singen sich noch einmal und wieder zu verwandeln, sich im Singen zu vergessen, sich miteinander davontragen zu lassen.

 

Wohl auch dadurch bewegt haben sich am 22.08.2018 in Altona nach einem Aufruf in der Zeitung von unserer Chorleiterin Inka Neus spontan 50 Sänger*innen versammelt. Und 2019-20 ist unser Chor weiter gewachsen mit treuen und unterstützenden Mitgliedern im Verein und einem nun schon gewachsenen Austausch untereinander. Gelegenheit wieder jung zu werden gab es reichlich, z.B. am Chortag im Oktober 2019 zusammen mit den vier anderen Teilchören von „älter & besser“ im Brakula. Geradezu etwas Akrobatik und eben jugendliche Aktion verlangte der Workshop „body percussion“, der von vielen angewählt wurde, ein Zeichen für die schlummernde Lust an der tänzerischen Bewegung und dem immer wieder empfundenen Impuls, die musikalischen Empfindungen in körperliche Schwingungen zu verwandeln. Dieselbe Erfahrung brachte nebst weiteren interessanten Workshops die „flashmob“-Probe mit allen unseren fünf Teilchören, wobei schon ohne großes Nachhelfen die Energien freigesetzt wurden, die den Charme der eigentlichen Aufführung ausmachen, eine Aktion, die man eher von Jugendlichen kennt, weil es dabei dynamisch, quirrlig-lebendig und unkonventionell zugeht.

 

Boldly go where no man has gone before

Mutig vorstoßen, wo noch kein Mensch war

 

So war es auch, wir stießen mit dem „flashmob“ in Neuland vor. Vor dem Rathaus ging es am 1.11. los mit „Little light of mine“ in einem Arrangement von Christoph Westphal und einer Choreographie von Inka Neus und begleitet von einer Samba-Gruppe. Zwei Wiederholungen entlang der Mönckebergstraße folgten, mündeten in einen letzten Auftritt in der Wandel-halle des Hauptbahnhofs - eine einzigartige Erfahrung für uns Sänger*innen: die Geschlos-senheit des Raums und unserer Chorgruppe, das Echo aus den Tiefen und Höhen der Halle, die Zuhörer ringsum auf der Galerie, die teilweise angestachelt mitsangen, die Energie, die sich ganz von alleine steigerte und in einem letzten Ausruf spannende Stille in der Halle erzeugte - Wow!

 

Unser Kopf ist rund,

damit das Denken die Richtung wechseln kann.

Francis Picabia

 

Wir sind nicht auf einen Musikstil festgelegt, singen gerne Traditionelles, klassische Titel aus allen Jahrhunderten, Oldies, die uns wieder bei unseren jugendlichen Erfahrungen abholen; geistliche Lieder, die nicht alle Sänger*innen immer wünschen, und auch rhythmisch und musikalisch Schwieriges aus der Pop-Literatur, Launiges und Ernstes aus vielen Kulturen. Interessant sind dabei die Angebote der Chorleiter*innen, die wiederum in Neuland führen und uns Sänger*innen behutsam aus unserer musikalisch gewohnten „Blase“ herausführen können. Produkt dieses vielfältigen und „die Richtung wechselnden“ Angebots ist das „Kanonheft“ mit 70 Kanons, eben auch weniger bekannten. Ausgewählt von Sänger*innen und Chorleiter*innen liegt das Heft gedruckt vor. Ein Exemplar wurde allen ca. 250 Sänger*innen in den fünf Teilchören ausgehändigt und kann ansonsten erworben werden.

 

Versuch einer Bilanz, Bernd-Ulrich Fritz, Haus Drei, Altona


01. Juli 2020

Was heißt eigentlich "Ja dan Duia"?

Ich wollte es wissen: Ja, dan duia – ein sinnvoller Text mit Inhalt?

Die ersten Versuche mit dem Wörterbuch blieben ohne Ergebnis. Im Finnischen gibt es dazu keine Entsprechung. Also, Frage an eine Person, die in der finnischen Sprache zu Hause ist. Bei der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. fand ich sie.
Ihre Vermutung: es ist eine Phantasielautfolge, was ich auch schon vermutete, allenfalls gebe es Anklänge an das finnische Verb uinua = schlummern.

Bild: Dr. Georg Hoffmann
Bild: Dr. Georg Hoffmann

Ja, und da ist doch noch der bezwingende Dreiertakt (in der mittelalterlichen Musik tempus perfectum genannt), wiegend einschlummern lassend, also, „Ja, dan duia…“ vielleicht ein Wiegenlied?

Das vermutet Frau Sinemus-Ammermann von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft und fügt noch Informationen des finnischen Rundfunks YLE zur Komponistin Soili Perkiö hinzu:
„Soili Perkiö ist seit mehr als 20 Jahren Dozentin für Musikerziehung an der Sibelius Akademie in Helsinki. Sie hat die meisten der heute tätigen Erzieherinnen in Musikkindergarten ausgebildet und hat an vielen Lehrbüchern ihres Faches mitgewirkt.
Zuerst der Vers, dann die Melodie
Die Lieder von Soili Perkiö sind eher volkstümlich. Sie haben einen mitreißenden Rhythmus und eine leicht zu erlernende, „ohrwurmartige“ Melodie.
Die Komponistin textet ihre Lieder nicht selbst, sondern verpasst vorhandenen Gedichten und Kinderversen eine Melodie. „Wie soll man denn sonst wissen, welche Art von Lied man komponieren soll“, sagt Perkiö.
Sie arbeitet seit vielen Jahren mit der Kinderbuchautorin Hannele Huovi zusammen. Sie lobt die Vielschichtigkeit ihrer Texte. Darin findet jede Altersgruppe ihre eigenen „Dinge“. Noch wichtiger ist allerdings für die Komponistin, dass Huovi ihre Texte vor der Niederschrift laut vor sich hinmurmelt.
„Lieder müssen sich gut im Mund anfühlen. Hannele Huovi spricht ihre Texte laut vor, damit sie weiß, wie sie schmecken und sich anfühlen. Es ist dann sehr leicht, ihre Texte zu vertonen, weil ihnen bereits die Vorstellung innewohnt, wie sich die Zunge im Mund bewegt und tanzt.“


Das passt doch gut zusammen, eine Komponistin, die in der musikalischen Früherziehung tätig ist, eine Texterin, die ihre Texte zuerst lautmalerisch gestaltet, bis sie sich gut anfühlen. Man kann sich vorstellen, dass auf diese Weise der Kanon entstanden ist.

Enttäuschung über fehlenden Sinnbezug des Kanons? Diese Überlegung führt darüber hinaus: Kleinkinder entwickeln ähnliche Laute, sog. Protowörter, die in bestimmten Situationen auch klare Bedeutungen haben - z.B. „na“ für etwas haben wollen oder „wiawia“ = drehen (Knopf, Buchseite, Rad) -, aber auch sinnhaft nicht festgelegt sein können und spielerisch in Kaskaden von Lautfolgen probiert und geübt werden.

Spielerisch Sprache zu gebrauchen zeigt sich bei bestimmten Jugend- und Geheimsprachen, wo sich zwar auch klare Bedeutungen dahinter verbergen können, aber auch die Lust entstehen kann, bedeutungslose Sprachwasserfälle zu inszenieren aus lauter Vergnügen an sprachlichen Erfindungen.

Diese Kunst wird bewusst durch das sog. Grammelot oder Grummelot als Theaterübung eingesetzt, mit wenigen sinnfreien Buchstabenfolgen die Gefühle darzustellen, um in Spielsituationen die Tiefendimension durch Vereinfachung und Verfremdung begreifen zu können. Jeder vorher festgelegte Text würde den Schauspieler einengen, festlegen, seine Darstellung als blutleer erscheinen lassen.

Fazit: der rätselhafte, nicht festgelegte Text von „Ja, dan duia …“ macht frei, die eigenen Gefühle, Assoziationen, Erinnerungen hervorzurufen und zu besingen, verstärkt durch den schwingenden Dreiertakt, sodass „die Seele weit ihre Flügel ausspannen kann, um davon zu fliegen.“

Bernd-Ulrich Fritz, Haus Drei, Altona